Alte Herren Kreispokal Rheingau-Taunus +++ „Halb Rauenthal“ pilgerte nach Johannisberg zum Endspielort +++ Rauenthal setzte sich knapp gegen Lorch durch

Die Alten Herren des SV Rauenthal pfiffen aus dem letzten Loch. Zweimal 35 Minuten in der Mai-Sonne plus Nachspielzeit können für Kicker, die schon lange jenseits des besten Fußballer-Alters sind, sehr lang werden. Doch die Qual, die nicht mehr ganz so fitten und schlanken Körper mit letzter Kraft über Feld zu schleppen, hat sich gelohnt. Mit einem 3:2 (1:1)-Sieg gegen Wisper Lorch im Rheingau-Taunus-Pokalfinale bescherten die AH-Fußballer dem Club den ersten derartigen Titel in der Vereinsgeschichte.

„Wir waren einfach dran“, freute sich der älteste Rauenthaler Spieler, Frank Herrmann, der die ominöse 50 schon überschritten hat, über den glückseligen Moment. Zwei Pokalendspiele gegen den TSV Bleidenstadt hatten die Rauenthaler in den vergangenen Jahren denkbar knapp verloren, dazu kamen einige Halbfinalteilnahmen. Aber anno 2019 war das Jahr der Rauenthaler.  „Die Unterstützung war Weltklasse“, wusste auch Kapitän Nico Sturm bei wem er sich bedanken musste. „Halb Rauenthal“ pilgerte nach Johannisberg zum Endspielort und vor allem die Spieler der drei aktiven Mannschaften feuerte ihr Team mit Musik, Trommel, Sprechchören und sogar leuchtender Unterstützung lautstark an. „Das hat noch mal ein paar Extra-Prozent aus uns herausgekitzelt“, bekannte Alexander Haas, der eben dann auch die Extra-Meter gelaufen war.

Im Rheingau-Duell gegen Lorch eröffnete Wolfgang Bruns nach einem langen Diagonal-Pass von Nico Sturm in der elften Minute den Torreigen. Doch die vor allem in der ersten Halbzeit ebenbürtigen Lorcher hatten die prompte Antwort parat. Der sehr agile Juro Ilic schnappte sich im Mittelfeld den Ball, lief ungehindert durch die Rauenthaler Hälfte und vollendete mit einem trockenen Schuss aus 20 Metern ins Eck. In der Folge hatte das Schiedsrichtergespann um Thomas Bakalo sowie den Assistenten Wolfgang Schmidt und Heinz Zott einiges zu tun, die teilweise auch ruppige Art für ein AH-Spiel zu bändigen. Es ging eben um den Pott.

Die Rauenthaler erwischten auch den besseren Start in die zweite Hälfte. Wieder war es der auffälligste Rauenthaler Spieler, Wolle Bruns, der nach einer feinen Einzelleistung drei Minuten nach Wiederanpfiff für die erneute Führung sorgte. Sechs Minuten später setzte der eingewechselte Lars Gundert mit einem Abstauber-Tor das 3:1 drauf. Die Rothemden hatten gegenüber Lorch auch den Vorteil, von der Bank mit vier frischen Spielern nochmals nachlegen zu können. Das 4:1 war mehrmals möglich, vor allem Peter Turrini hatte es auf dem Fuß. Aber Lorch steckte nicht auf. Und kam durch einen Kopfball von A-Liga-Spieler Steffen Diefenbach nach einem Eckstoß (61.) nochmals ran. Doch die Rauenthaler schaukelten das Ding nach Hause. Keeper David Iflinger, der nach langer Pause erst im AH-Alter wieder aktiv wurde, hielt die Bälle, die noch auf sein Tor kamen, fest. „Super Rama, Super Rama“, schallte es in der anschließenden Jubelorgie über den Hansenberg in Johannisberg. Und die Alten Herren wurden am Tag der Arbeit noch einmal zu jungen Hüpfern.

Die Siegermannschaft: David Iflinger, Alexander Haas, Frank Herrmann, Thorsten Neurerer, Nico Sturm, Arnold Münck, Peter Turrini, Uwe Hutfless, Jürgen Müller, Salvatore Napoli, Wolfgang Bruns, Lars Gundert, Alexander Karle, Philipp Karle, Jan Sanders, Thomas Schwab, Torsten Muders.



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