Alte Herren

Mannschaft Alte Herren

Infos AH

Die Alten Herren des SV Rauenthal trainieren jeweils montags ab 19.30 Uhr auf dem Waldsportplatz.

Jeder ab 32 Jahre bis hin auf einer oben offenen Skala (die Ältesten sind schon im Rentenalter) ist gerne gesehen.

AH-Abteilungsleiter, Spielertrainer und Ansprechpartner für Freundschaftsspiele (vorzugsweise unter der Woche auswärts auf Kunstrasen):

Torsten Muders
Tel. 0151-58106341
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Vom Schnee verweht. So könnte man die diesjährige Pokalrunde der Alten Herren des SV Rauenthal betiteln. Schon die erste Runde beim SV Seitzenhahn musste am 14. Oktober(!) wegen Schneefalls verlegt werden. Beim zweiten Versuch klappte es dann. Mit dem 2:1 (1:1)-Sieg erreichten die Mannen um Spielertrainer Uwe Hutfless die nächste Runde. Auf dem extrem schnellen Kunstrasen sorgte Christian Bsullak nach feinem Pass von Andreas Schneider über das halbe Feld für die 1:0-Führung. Die Gastgeber antworten aber prompt mit dem Ausgleich. Kurz nach Wiederangriff stand Christian Bsullak wieder goldrichtig, als der Ball in Flipper-Manier durch den Seitzenhahner Strafraum schoss. Am Ende mussten die Rauenthaler noch um den Erfolg bangen, doch aufgrund der besseren und größeren Anzahl an Chancen ging der Sieg in Ordnung.

Eigentlich sollte dann Ende November die Premiere auf dem neuen Kunstrasen über die Bühne gehen. Doch auch dieses Spiel gegen die SG Niederems/Esch fiel kurzfristig dem Schnee zum Opfer. So werden die Alten Herren nun auf alle Fälle im Pokal überwintern, wird das Viertelfinale doch voraussichtlich erst im März 2016 nachgeholt.

Derweil fühlen sich auch die Alten Herren auf dem neuen Geläuf pudelwohl. Beim ersten Training tummelten sich fast 30 Spieler auf dem Platz, darunter auch einige Gäste der SG Walluf und des FSV Oberwalluf. Nochmals Danke an die beiden Vereine, die den Alten Herren unbürokratisch in der Phase des Sportplatz-Umbaus mit Trainingsmöglichkeiten geholfen hatten. Die letzten Wochen pendelte sich dann die Trainingsbeteiligung bei rund 20 Spielern ein. Der Kunstrasen scheint also auch bei den Alten Herren nochmals für einen Boom zu sorgen. So schnüren Spieler wieder die Schuhe, die eigentlich schon die Karriere beendet hatten. Und Neuzugänge konnten auch schon begrüßt werden. Wer Lust hat, einfach montags um 19.30 Uhr vorbeischauen.

Alten Herren verpassen Pokalendspiel

Das diesjährige Pokalendspiel der Alten Herren im Rheingau-Taunus-Kreis findet ohne die Fußballer des SV Rauenthal statt. Die Rheingauer verloren ihr Halbfinale beim SV Heftrich mit 0:3 (0:0). Auf dem Kunstrasenplatz im Idsteiner Land mussten die Rauenthaler verdient den Kürzeren ziehen. Im Spiel nach vorne waren die Gäste die gesamte Partie zu harmlos und zu statisch. Der kurzfristige Ausfall vom schnellen und unorthodox spielenden Peter Turrini, der im Viertelfinale noch sechs Tore geschossen hatte, machte sich doch bemerkbar.

Während die Defensive in der ersten Halbzeit noch stand, nutzten die Heftricher dann im zweiten Abschnitt gnadenlos die individuellen Fehler der Rauenthaler zu drei Treffern aus. Am Ende hätte es sogar noch höher ausgehen können. Rauenthaler Chancen waren dagegen Mangelware. Vor der Pause traf Jürgen Müller per Freistoß die Latte. Und beim Stand von 0:2 hatte Uwe Hutfless freistehend vor dem Tor die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer.

Letztlich mussten die Rauenthaler aber anerkennen, dass die vor allem in der Offensive mit jungen „Alten Herren“ bestückten Heftricher an diesem Tag stärker waren. Es macht eben doch einen Unterschied, wenn man Kräfte aufbieten kann und will, die noch als Aktive voll im Saft und Wettkampfmodus stehen, während auf der anderen Seite eine reine AH-Truppe kickt, die sich montags zur Bewegungstherapie trifft und maximal sechs bis acht Spiele im Jahr absolviert.

Für Rauenthal spielten: Jan Sanders, Dirk Simon, Andreas Schneider, Philipp Karle, Frank Herrmann, Arnold Münck, Uwe Hutfless, Thomas Poschinger, Frank Kesper, Jürgen Müller, Thomas Wenz, Alexander Haas und Torsten Muders.

Im Endspiel am 20. Mai in Orlen trifft Heftrich auf den FSV Bad Schwalbach, der sich im zweiten Halbfinale mit 2:1 in Seitzenhahn durchgesetzt hatte.

Plötzlich Beifahrer

Von Torsten Muders

23.04.2015

Eben noch spielte er mit kleinen Autos, jetzt sitzt dieser Riese neben mir am Steuer eines echten Autos. Die Rede ist von meinem 17-jährigen Sohn, der vergangene Woche seine Führerschein-Prüfung bestanden hat und nun ein halbes Jahr begleitetes Fahren mit Mutter und Vater vor sich hat.

Kinder, wie die Zeit vergeht. Mir kommt der Tantenspruch („Ist der aber groß geworden“) in den Sinn. Eben noch spielte er mit kleinen Autos, jetzt sitzt dieser Riese neben mir am Steuer eines echten Autos. Die Rede ist von meinem 17-jährigen Sohn, der vergangene Woche seine Führerschein-Prüfung bestanden hat und nun ein halbes Jahr begleitetes Fahren mit Mutter und Vater vor sich hat. Zugegeben: Ich bin ein schlechter Beifahrer. Ich versuche es daher meist zu vermeiden. Wenn die Familie unterwegs ist, lasse ich meine Frau eigentlich nur bei langen Urlaubsreisen mal fahren. Am besten schlafe ich dann – so kann ich nicht mosern. Dabei ist meine Frau keine schlechte Autofahrerin. In der Unfallstatistik liege ich zumindest vorn. Was musste auch das Bäckerauto einst schon unterwegs sein, als ich nach einer kurzen Nacht bei einem Freund in aller Herrgottsfrüh aus der Einfahrt rausgeschossen bin?

Nur bedingt entspannt

„Fahr nicht so weit links“, ruf ich meinem Sohn zu. Noch bin ich ganz entspannt. Ist ja meine erste Fahrt als Begleiter. Vielleicht sollte ich es auch so machen, wie mein Fahrlehrer, der auf der langen Fahrt auf der Bundesstraße schon mal eingenickt ist. „Hier hätten wir abbiegen müssen“, gebe ich gerade zu bedenken, als mein Sohn stur geradeaus fährt. Ich merke, ich muss das begleitete Fahren symbolisch für diese Phase der Erziehung sehen. Auf der Schwelle zum Erwachsensein sollten wir Eltern nur ab und an noch mal die Richtung vorgeben. Doch auf dem Beifahrersitz sind kein Gas und keine Bremse und erst recht kein Lenkrad. Der 17-Jährige muss nun selbst sein Leben lenken, um im Bild zu bleiben. Und vielleicht auch mal den einen oder anderen Unfall bauen. „Wo ist denn hier der Schleifpunkt bei der Kupplung?“, weckt mich mein Sohn aus meinen Tagträumen. Ja, auf dem Diesel in der Fahrschule gelernt – nun ein Benziner daheim. Junge, man muss flexibel sein. Ups, und schon ist der Motor an der Ampel abgewürgt.

Rückblende: Ich erinnere mich noch mit Schrecken an meine ersten Fahrversuche vor 27 Jahren. Direkt ins kalte Wasser, ohne Begleitung. Und dann noch mit dem alten Opel meiner Eltern, wo so etwas wie Servolenkung noch gar nicht vorhanden war. Einparken war da eine echte Herausforderung. „Hier ist nur Tempo 30 erlaubt“, bin ich sofort wieder im Hier und Jetzt, als mein Sohn doch ein wenig zu schwungvoll fährt.

Jetzt habe ich nur Angst, dass die Zeit weiter so rast. Eben noch ein junger Vater, jetzt schon ein (fast) erwachsenes Kind und als Nächstes wird mir wohl mein Enkel vom Hintersitz zubrüllen: „Opa, jetzt gib endlich mal Gas…“

... lade Begegnungen ...

 

Das Märchen von den alten Rumpelkickern

Es war einmal ...

Sie können einfach nicht ihre Füße vom runden Ding lassen. Sie heißen zwar Alte Herren, doch auf dem Fußballplatz fühlen sich sie noch wie die jungen Kerle. Dabei sind die wilden Jahre schon lange vorbei. Und nach so manchem Training fühlt sich der ein oder andere auch schon eher scheintot. Doch der Spaß am Kicken verbindet sie alle. Den 32-Jährigen, der noch voll im Saft steht (okay, die Kugel unter der Brust ist kein Ball) mit dem fast 70-Jährigen, der immer noch jeden Montag seinen Mann auf dem Platz steht.

Ja, die Alten Herren des SV Rauenthal sind keine Weicheier. Sie trainieren das ganze Jahr über. Ob im Sommer auf (noch) staubigem Platz (der Kunstrasen soll bald kommen) bei über 30 Grad oder auch bei Gewitter-Starkregen sowie im Winter auf Schnee bedecktem Platz. Mal sind es zehn, mal auch an die 20 Alte Herren, die sich an einem Abend in der Woche zu echten Männern verwandeln. Klar, dass nach hartem Kampf (meistens enden die Trainingsspiele mit nur einem Tor Unterschied) und heißer Dusche (für manche auch kalt, wenn sie vorher noch zu viel im Trikot getrunken haben) die sogenannte dritte Halbzeit noch an der Vereinstheke ausgefochten wird. Bei Bier (eher mehr), Weib (eher nicht) und Gesang (manchmal, wenn Geburtstag ist) wird gefachsimpelt und geschwelgt. Vorzugsweise werden die alten Geschichten („Weißt du, was da los war?!) eben mehrmals erzählt. Und mit jeder Version werden die Geschichten noch ein wenig spannender – und unglaubwürdiger. Ja, früher waren wir doch alle tolle Hengste.

Etwas Warmes braucht der Mensch – und der Alte Herr. Also erbarmt sich jede Woche ein Team, den Kantinendienst zu übernehmen und ein Gericht zu zaubern. Kaum zu glauben, der gemeine Fußballer kann auch kochen. Wenn es dann doch die Frau vorbereitet hat, schmeckt es umso besser. Doch zum Essen und Trinken kann man auch in die Gaststätte gehen. Bei den Alten Herren des SV Rauenthal ist es dagegen noch gesellig.

Ab und an trauen sich die Waldbewohner (der Sportplatz liegt im tiefen, dunklen Forst) auch mal raus. Und messen sich dann mit anderen Stämmen um die Vorherrschaft der kickenden Keulen. Da die Rauenthaler ansonsten auf ihrem „roten Rasen“ trainieren und wühlen, spielen sie vorzugsweise gerne in der Fremde auf grünem Kunstrasen. Dabei sind sie gar nicht so schlecht, wie die letzte Pokalrunde beweist, die sie als Vize-Pokalsieger abgeschlossen haben (siehe das Pokal-Märchen weiter oben).

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kicken sie noch heute.